Zystadenokarzinom der Niere & noduläre Dermatofibrose

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Abkürzungen: RCND
Gen: BHD
Mutation: Punktmutation
Erbgang: Autosomal-rezessiv
Rassen: Deutscher Schäferhund

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Art.-Nr.: CD135 Kategorien: , Schlüsselwort:

Die Gentestbeschreibung

Zystadenokarzinom der Niere und noduläre Dermatofibrose (RCND)

Zystadenokarzinom der Niere und noduläre Dermatofibrose (RCND) ist eine genetische Störung, die Nieren-, Haut- und Gebärmutterkrebs beim Deutschen Schäferhund verursacht. Diese Erkrankung beim Hund entspricht der menschlichen Erkrankung mit dem Namen Birt-Hogg-Dubé. Beide Erkrankungen weisen phänotypische Gemeinsamkeiten wie feste Knötchen in der Haut und Unterhaut sowie Nierentumore auf und stehen im Verdacht, sich dasselbe ursächliche Gen zu teilen. Ein Unterschied besteht jedoch darin, dass von Birt-Hogg-Dubé menschliche Patienten häufig Pneumothorax erleiden (Kollaps der Lunge) und keine Leiomyome des Uterus aufweisen, anders als bei Deutschen Schäferhunden. Versionen derselben ursächlichen Mutation wurden, außer bei Deutschen Schäferhunden und Menschen, auch bei Ratten, Mäusen und Fruchtfliegen gefunden.

Merkmale und Symptome

Die Begriffe „Karzinom“ und „Adenokarzinom“ dienen für eine Erkrankung, bei der sich Krebs im epithelialen Gewebe von Haut und Organen des Körpers bildet. Das Adenokarzinom ist eine Krebsart, die sich in schleimabsondernden Drüsen im Körper bildet. Es ist aggressiver Natur und weist eine anhaltende Tendenz zur Metastasierung auf. Der Begriff Dermatofibrom wird für ein langsam wachsendes gutartiges Hautknötchen verwendet. Gutartige Tumore können sich im Laufe der Zeit zu bösartigen Tumoren verändern.

Die Hauptbeschwerden bei Deutschen Schäferhunden, die vom Zystadenokarzinom der Niere und nodulärer Dermatofibrose (RCND) betroffen sind, sind Tumore und Knötchen in der Haut. Im Allgemeinen können die klinischen Symptome zwischen betroffenen Hunden je nach Alter und dem Stadium der Erkrankung zum Zeitpunkt der Untersuchung stark variieren. Weibchen und Männchen waren gleichermaßen betroffen. Mit der Alterung nahm die Zahl der Haut- und Gebärmuttertumore zu und die bilateralen renalen Veränderungen verschärften sich. Bei allen untersuchten Hunden war knotige Dermatofibrosis festzustellen, während Veränderungen in der Nierengegend oder im Abdomen bei 60 % der Hunde feststellbar waren. Übermäßiger Durst und Flüssigkeitsaufnahme (Polydipsie), Fieber und Blut im Urin (Hämaturie) können auftreten. Verhaltensänderungen wurden in Form von Depression und Appetitlosigkeit identifiziert. Erste Symptome treten bei etwa 6 bis 7 Lebensjahren als kleine, feste Beulen unter der Oberfläche der Haut auf. Die Unebenheiten befinden sich am häufigsten auf den Gliedmaßen und dem Kopf. Sie sind in der Regel 2 mm im Durchmesser groß. Eine histopathologische Untersuchung der Nieren zeigt mehrere feste und zystische Tumore und Zysten. Es sind stets beide Nieren betroffen, jedoch in unterschiedlicher Stärke. Die am häufigsten metastasierten Orte waren sternale Lymphknoten, Leber, Lunge, Nieren und anderen abdominale Lymphknoten sowie Pleura und Bauchfell. Metastasenbildung wurde auch in der Milz und bronchialen Lymphknoten festgestellt.

Die meisten Hunde wurden aufgrund der Schwere der Krankheit eingeschläfert, während andere betroffene Hunde auf natürlichem Wege um das 9. Lebensjahr herum sterben. Die Hauptursachen für den natürlichen Tod sind Zystadenokarzinome der Niere und Komplikationen wie Metastasen, zusammen mit nodulärer Dermatofibrose und sekundären Hautinfektionen.

Genetik

Die Zystadenokarzinom der Niere und noduläre Dermatofibrose (RCND) beim Deutschen Schäferhund wird von einer Mutation im Gen verursacht, das Folliculin (FLCN) kodiert. Das Gen wird dem Hundechromosom 5 zugeordnet. Die Funktion des Protein Folliculins, die von diesem Gen kodiert wird, ist unbekannt.

Die Störung wird autosomal-rezessiv vererbt. Gesunde Elterntiere eines betroffenen Hundes sind obligat heterozygot und tragen daher ein mutiertes Allel. Heterozygote zeigen keine Symptome. Hunde, die homozygot für die Mutation sind, zeigen die Symptome der Zystadenokarzinom der Niere und noduläre Dermatofibrose. Bei der Zeugung hat jedes der Jungen hat ein Risiko von 25 %, betroffen zu sein, ein Risiko von 50 %, eine asymptomatischer Träger und ein Risiko von 25 %, nicht betroffen und kein Träger zu sein.

Referenzen:

Lingaas F, Comstock KE, Kirkness EF, Sørensen A, Aarskaug T, Hitte C, Nickerson ML, Moe L, Schmidt LS, Thomas R, Breen M, Galibert F, Zbar B, Ostrander EA. (2003): A mutation in the canine BHD gene is associated with hereditary multifocal renal cystadenocarcinoma and nodular dermatofibrosis in the German Shepherd dog. Hum Mol Genet. 2003 Dec 1; 12(23):3043-53.

Moe, L., Lium, B. (1997): Hereditary multifocal renal cystadenocarcinomas and nodular dermatofibrosis in 51 German shepherd dogs. Journal of Small Animal Practice (1997) 38.498-505.