Primäres Offenwinkelglaukom beim Beagle (POAG)

40.90 € inc. Vat

Abkürzungen: POAG
Gen: ADAMTS10
Mutation: Punktmutation
Erbgang: Autosomal-rezessiv
Rassen: Beagle

Animal ID *

Name or unique identification of your animal microchip number, tattoo number, etc

Art.-Nr.: CD086 Kategorien: , Schlüsselwort:

Die Gentestbeschreibung

Primäres Offenwinkelglaukom beim Beagle (POAG)

Primäres Offenwinkelglaukom beim Beagle (POAG) ist eine Störung, die durch Aufbau von Druck im Inneren des Auges verursacht wird. Das Glaukom wird in zwei Kategorien unterteilt, das primäre und das sekundäre Glaukom. Das primäre Glaukom ist durch seinen Ausbruch ohne weitere okuläre Ursachen gekennzeichnet, während das sekundäre Glaukom erscheint, wenn eine andere Ursachen vorliegen, die das Glaukom auslösen. Das primäre Offenwinkelglaukom gehört zur Gruppe der primären Glaukome, zusammen mit dem primären Winkelblockglaukom (PACG) und dem primären kongenitalen Glaukom (PCG). Bei Beagles wurde abgesehen vom POAG auch PACG festgestellt. PACG ist jedoch sehr selten, bisher wurden keine Untersuchungen oder Studien dazu vorgenommen und keine DNA-Tests darauf wurden entwickelt. Das primäre Offenwinkelglaukom bei Beagles ähnelt dem Glaukom beim Menschen, wo es die weltweit häufigste Ursache für die Erblindung ist. Aus diesem Grund dient POAG bei Beagles als Tiermodell für die Erkrankung beim Menschen.

Merkmale und Symptome

Die Flüssigkeit im Inneren des Auges wird als Kammerwasser bezeichnet. Sie wird im Ziliarkörper hinter der Iris produziert. Diese Flüssigkeit fließt durch das Auge, wird abgeleitet und erhält so den normalen Augeninnendruck aufrecht. Das Netzwerk zum Ableiten der Flüssigkeit im Auge wird als Drainage-Winkel oder als die Entwässerungskanäle bezeichnet. Ein unzureichender Abfluss des Kammerwassers führt zum Aufbau eines Drucks und infolgedessen zum Glaukom. Dauerhafter intraokularer Druck führt zu Schäden am Sehnerv, die irreversibel sind. Er kann außerdem zur Luxation der Linse und zu einer Verengung des Kammerwinkels führen. Im Durchschnitt beginnt sich der intraokulare Druck im Alter von 8 bis 16 Monaten zu erhöhen. Die Augen des betroffenen Hundes schmerzen, die Pupillen sind rot und geweitet. Verhaltensänderungen treten ebenso auf wie Appetitverlust und das Augenkratzen. Das POAG ist eine fortschreitende Erkrankung und obwohl die Symptome bereits im frühen Alter auftreten, wird sie selten früh und nicht vor dem Eintreten in das Spätstadium der Erkrankung erkannt. Wie andere Formen des Glaukoms kann das POAG behandelt werden, wenn es früh genug erkannt wird. Aufgrund der fortschreitenden Natur der Erkrankung kann der Besitzer das POAG leider nicht erkennen, bis die Erblindung eintritt, die Endphase des POAG, die nicht behandelbar ist.

Genetik

Primäres Offenwinkelglaukom beim Beagle (POAG) entsteht durch eine Punktmutation im ADAMTS10-Gen.

POAG ist eine autosomal-rezessive Erbkrankheit. Der Hund kann gesund, Träger oder betroffen sein. Träger des Gens sind heterozygot und entwickeln keine Krankheitssymptome. Bei der Paarung zweier Trägerhunde hat jedes zukünftige Junge ein Risiko von 25 %, betroffen zu sein, ein Risiko von 50 %, ein asymptomatischer Träger und ein Risiko von 25 %, nicht betroffen und kein Träger zu sein.

Referenzen

Kuchtey J. (2011.): Mapping of the disease locus and identification of ADAMTS10 as a candidate gene in a canine model of primary open angle glaucoma. PLoS Genet. 2011;7:e1001306.

Gelatt KN, (2004.): Prevalence of the breed-related glaucomas in pure-bred dogs in North America. Vet Ophthalmol. 2004;7:97–111.

Kuchtey J, Kunkel J, Esson D, et al. (2013.) Screening ADAMTS10 in Dog Populations Supports Gly661Arg as the Glaucoma-Causing Variant in Beagles. Invest Ophthalmol Vis Sci. 2013 Mar 13;54(3):1881-6.