NCL 4A beim Amerikanischen Staffordshire Terrier

49.90 € inc. Vat

Abkürzungen: NCL 4A
Gen: ARSG
Mutation: Punktmutation
Erbgang: Autosomal-rezessiv
Rassen: American Staffordshire Terrier

Animal ID *

Name or unique identification of your animal microchip number, tattoo number, etc

Art.-Nr.: CD102 Kategorien: , Schlüsselworte: ,

Die Gentestbeschreibung

Neuronale Zeroid-Lipofuszinose – NCL 4A beim Amerikanischen Staffordshire Terrier

Die Neuronale Zeroid-Lipofuszinose – NCL 4A beim Amerikanischen Staffordshire Terrier ist eine vererbte Erkrankung, die zu einer größeren Gruppe von neurodegenerativen Erkrankungen gehört, der Neuronalen Zeroid-Lipofuszinosen (NCLs). NCLs sind Störungen der lysosomalen Speicherung und sind durch die Anhäufung von Lipopigmenten im Körpergewebe gekennzeichnet. Verschiedene Formen von NCL verursachen ähnliche Symptome, können jedoch in unterschiedliche Formen unterteilt werden, basierend auf dem Alter, ab dem die Symptome auftreten, und der genetischen Ursache der Störung. Basierend auf dem Alter des Einsetzens lassen sich NCLs als die infantile (INCL), spätinfantile, juvenile und adulte Form klassifizieren. Bisher wurden 8 verschiedene Mutationen mit verschiedenen Formen von NCL assoziiert. Die Krankheit wurde bei Menschen, Katzen, Schafen, Ziegen, Affen, Rindern usw. identifiziert. Die Neuronale Zeroid-Lipofuszinose beim American Staffordshire Terrier (NCL 4A) ist eine neurologische Erkrankung und entspricht dem Kufs-Syndrom bei menschlichen Patienten.

Merkmale und Symptome

Lipofuszin ist ein gelbes bis braunes Lipopigment, das aus Rückständen der lysosomalen Verdauung besteht. Es wird als eines der Alterungspigmente betrachtet und ist in Leber, Nieren, Herzmuskel, Netzhaut, Nervenzellen und Ganglienzellen zu finden. Lipofuszin führt in hohen Mengen zu Membranschäden und schädigt Mitochondrien und Lysosomen. Sein Gleichgewicht innerhalb der Zelle wird über Bildungs- und Entsorgungmechanismen hergestellt. Wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, kommt es zu einer Ansammlung von Lipofuszin. Beim Menschen steht dieser Zustand mit mehreren Erkrankungen wie der degenerativen Erkrankung des Auges, Makuladegeneration, und der erblichen juvenilen Form der Makuladegeneration, die Stargardt-Krankheit, sowie der Alzheimer-Krankheit, Morbus Parkinson etc. in Verbindung. Die abnormale Ansammlung von Lipofuszin ist die Ursache für die Neuronale Zeroid-Lipofuszinose, die zum progressiven und dauerhaften Verlust der motorischen und psychologischen Fähigkeiten führt.

NCL 4A beim Amerikanischen Staffordshire Terrier ist eine im adulten Alter, zwischen 3 und 5 Jahren, einsetzende Form. Zu den Symptomen gehören steifer Gang, fortschreitender Sehverlust, fehlende Muskelkoordination und Schwierigkeiten beim Balancieren und Springen. Die Symptome schreiten während der folgenden Monate fort und unkontrollierte rhythmische Kopfbewegungen, Ataxie und allgemeine Schwäche entwickeln sich. Betroffene Hunde zeigen außerdem Verhaltensveränderungen in Form von geistiger Abgestumpftheit und Demenz.

Eine histopathologische Untersuchung zeigt eine Atrophie des Kleinhirns, den Verlust der Purkinje-Zellen und eine starke Anhäufung von Lipopigmenten in Purkinje-Zellen und thalamischen Neuronen.

Aufgrund des Schweregrads und des progressiven Charakters des NCL 4A werden betroffene Hunde in der Regel von ihren Besitzern aus humanen Gründen eingeschläfert.

Genetik

Neuronale Zeroid-Lipofuszinose beim American Staffordshire Terrier (NCL 4A) wird einer Mutation im ARS G-Gen (Arylsulfatase G) zugeordnet. Die Mutation verursacht bei betroffenen Hunden eine Abnahme der Sulfatase-Aktivität um 75 %, welche für den Abbau eines bestimmten Proteins benötigt wird. Forscher schätzen die Trägerrate bei American Staffordshire Terriers mit 30 % als hoch ein.

NCL 4A wird autosomal-rezessiv vererbt. Gesunde Elterntiere eines betroffenen Hundes sind obligat heterozygot und tragen daher ein mutiertes Allel. Heterozygote zeigen keine Symptome. Hunde, die homozygot für die Mutation sind, zeigen die Symptome der Störung. Bei der Zeugung hat jedes der Jungen hat ein Risiko von 25 %, betroffen zu sein, ein Risiko von 50 %, eine asymptomatischer Träger und ein Risiko von 25 %, nicht betroffen und kein Träger zu sein.

Derzeit gibt es keine Heilung für NCL 4A.

Referenzen:

Abitbol M, Thibaud JL, Olby NJ, Hitte C, Puech JP, Maurer M, Pilot-Storck F, Hédan B, Dréano S, Brahimi S, Delattre D, André C, Gray F, Delisle F, Caillaud C, Bernex F, Panthier JJ, Aubin-Houzelstein G, Blot S, Tiret L. (2010): A canine Arylsulfatase G (ARSG) mutation leading to a sulfatase deficiency is associated with neuronal ceroid lipofuscinosis. Proc Natl Acad Sci U S A.; 107(33):14775-80.