NCL 2 beim Dackel

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Abkürzungen: NCL 2
Gen: TPP1
Mutation: Deletion
Erbgang: Autosomal-rezessiv
Rassen: Dackel

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Art.-Nr.: CD099 Kategorien: , Schlüsselwort:

Die Gentestbeschreibung

NCL 2 beim Dackel – Neuronale Zeroid-Lipofuszinose

NCL 2 beim Dackel ist eine erbliche lysosomale Speicherkrankheit, die eine Form innerhalb einer größeren Gruppe von neurodegenerativen Erkrankungen darstellt, den Neuronalen Zeroid-Lipofuszinosen (NCLs). NCLs führen zu einer Ansammlung von Lipopigmenten im körpereigenen Gewebe, lassen sich aber in verschiedene Formen unterteilen, je nach dem Alter, in dem die Symptome auftreten, und nach der genetische Ursache der Störung

NCL 2 beim Dackel – Neuronale Zeroid-Lipofuszinose wurde 1977 bei Rauhaardackeln beschrieben. Seitdem wurden Neuronale Zeroid-Lipofuszinosen (NCLs) mehrfach bei Dackel-Rassen berichtet.

Merkmale und Symptome

Lipofuszin ist ein gelbes bis braunes Lipopigment, das aus Rückständen der lysosomalen Verdauung besteht. Es wird als eines der Alterungspigmente betrachtet und ist in Leber, Nieren, Herzmuskel, Netzhaut, Nervenzellen und Ganglienzellen zu finden. Lipofuszin führt in hohen Mengen zu Membranschäden und schädigt Mitochondrien und Lysosomen. Sein Gleichgewicht innerhalb der Zelle wird über Bildungs- und Entsorgungmechanismen hergestellt. Wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, kommt es zu einer Ansammlung von Lipofuszin. Beim Menschen steht dieser Zustand mit mehreren Erkrankungen wie der degenerativen Erkrankung des Auges, Makuladegeneration, und der erblichen juvenilen Form der Makuladegeneration, die Stargardt-Krankheit, sowie der Alzheimer-Krankheit, Morbus Parkinson etc. in Verbindung. Die abnormale Ansammlung von Lipofuszin ist die Ursache für die Neuronale Zeroid-Lipofuszinose, die zum progressiven und dauerhaften Verlust der motorischen und psychologischen Fähigkeiten führt.

Die ersten klinischen Anzeichen von NCL 2 beim Dackel erscheinen bei betroffenen Hunden im Alter von etwa 9 Monaten. Dazu gehören Erbrechen, geistige Abgestumpftheit, Schwäche, Verlust der Stubenreinheit und Unempfänglichkeit für zuvor erlernte Befehle. Nach dem Auftreten der ersten Anzeichen schreitet die Erkrankung fort und Ataxie und visuelle Defizite entwickeln sich. Sehstörungen entwickeln sich oftmals bis zur völligen Erblindung. Der Hund zeigt Schübe von Hyperaktivität und Heulen. Zu festgestellten Verhaltensveränderungen gehören Aggression und ständiges Kreisen. Bei Fortschreiten der Erkrankung häuft sich Erbrechen, ebenso entwickelt sich Durchfall. Bei einem betroffenen Hund wurde eine Fortentwicklung von Durchfall zu Hämatochezie berichtet, an welcher der Hund starb.

Die Untersuchung des zentralen Nervensystems zeigt vorhandene autofluoreszierende Speicherkörper. In einigen Zellen in der Großhirnrinde ist die Ansammlung dieser Speicherkörper massiv. Im Kleinhirn ist die Anhäufung in allen Zellschichten zu finden, während der größte Teil der Akkumulation im Rückenmark sich auf die großen motorischen Neuronen konzentriert. Die gemessene Tripeptidyl-Peptidase-1-Enzym-Aktivität in der Großhirnrinde beträgt weniger als 1 % der durchschnittlichen Aktivität eines nicht betroffenen, gesunden Hundes.

Genetik

NCL 2 beim Dackel wird mit einer Mutation des TPP1-Gens assoziiert, das das lysosomale Tripeptidyl-Peptidase-1-Enzym kodiert. Dieses Enzym katalysiert die Spaltung der N-terminalen Tripeptide von Substraten in den Lysosomen.

Neuronale Zeroid-Lipofuszinose beim Dackel (NCL 2) ist eine autosomal-rezessive Erbkrankheit.Der Hund kann gesund, Träger oder betroffen sein. Träger des Gens sind heterozygot und entwickeln keine Krankheitssymptome. Bei der Paarung zweier Trägerhunde hat jedes zukünftige Junge ein Risiko von 25 %, betroffen zu sein, ein Risiko von 50 %, ein asymptomatischer Träger und ein Risiko von 25 %, nicht betroffen und kein Träger zu sein.

Referenzen

Awano T, Katz ML, O’Brien DP, Sohar I, Lobel P, Coates JR, Khan S, Johnson GC, Giger U, Johnson GS. A frame shift mutation in canine TPP1 (the ortholog of human CLN2) in a juvenile Dachshund with neuronal ceroid lipofuscinosis. Mol Genet Metab. 2006 Nov; 89(3):254-60.