Mukopolysaccharidose VII beim Brasilianischen Terrier (MPS VII)

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Abkürzungen: MPS VII
Gen: GUSB
Mutation: Punktmutation
Erbgang: Autosomal-rezessiv
Rassen: Brazilian Terrier

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Art.-Nr.: CD128 Kategorien: , Schlüsselwort:

Die Gentestbeschreibung

Mukopolysaccharidose VII beim Brasilianischen Terrier (MPS VII)

Mukopolysaccharidose VII beim Brasilianischen Terrier (MPS VII) ist eine erbliche lysosomale Speicherkrankheit beim Brasilianischen Terrier. Sie ist Teil einer größeren Gruppe von Störungen, die Mukopolysaccharidosen. Bisher werden elf Arten von Mukopolysaccharidose beim Menschen unterschieden. Sie variieren in ihren klinischen Symptomen, doch einige Merkmale sind in allen Formen gleich, wie Kleinwuchs, unentwickelte Epiphysenzentren, Dysostosis multiplex, Gesichtsdysmorphien, Hornhauttrübung und Organomegalie. Effekte bei Menschen, Mäusen, Hunden und Katzen sind bekannt. Mukopolysaccharidose vom Typ VII wurde erstmals in den 1990er Jahren bei einem gemischtrassigen Hund berichtet. Sie ist auch als das „Sly-Syndrom“ bekannt.

Die extrazelluläre Matrix (ECM) ist der Hauptbestandteil von Knochen und anderem Bindegewebe. Sie besteht hauptsächlich aus Kollagen und Proteoglycans. Mehrere Skeletterkrankungen wurden im Zusammenhang mit Mutationen in Genen assoziiert, die strukturellen Proteinen der extrazellulären Matrix zugeordnet sind.

Merkmale und Symptome

Skelettdeformitäten sind außerdem ein charakteristisches Symptom für lysosomale Speicherkrankheiten, Mukopolysaccharidosen. Bei diesen Störungen sind lysosomale Enzyme, saure Hydrolase β-Glucuronidase, dysfunktional, was zu einer Anhäufung von Glykosaminoglykanen (GAG) in Lysosomen führt. Es kommt zur GAG-Akkumulation in Lysosomen in verschiedenen Zelltypen, hauptsächlich jedoch in Bindegeweben.

Betroffene Hunde zeigen Symptome bereits als Welpen im Alter von etwa 2 bis 5 Monaten. Sie sind nicht in der Lage zu gehen und ihr Körper arbeitet nicht korrekt. Sie weisen schwere Wachstumsstörungen auf. Die betroffenen Welpen wiegen in der Regel 35 % weniger als ihre gesunden Wurfgeschwister. Die Hinterläufe weisen eine Schwäche auf, die schließlich bis zur Dysfunktion aller Gliedmaßen fortschreitet. Trotz der schweren Symptome zeigen betroffene Welpen normales Verhalten und Appetit.

Weitere typische klinische Symptome sind verlangsamtes Wachstum, Kleinwüchsigkeit, Gesichts- und weitere skelettale Dysmorphien wie epiphysäre Dysplasie der Wirbel und langen Röhrenknochen sowie Hornhauttrübung. Gelenke sitzen extrem locker und subluxieren leicht. Kardiale Anomalien wurden ebenfalls gemeldet.

 Aufgrund der schlechten Lebensqualität werden die betroffenen Hunde oft eingeschläfert.

Genetik

Mukopolysaccharidose VII beim Brasilianischen Terrier (MPS VII) wird von einer Missense-Mutation des GUSB-Gens verursacht, das das lysosomale Enzym saure Hydrolase β-Glucuronidase kodiert. Die Bestimmung der β-Glucuronidase-Aktivität bei betroffenen Hunden zeigt, dass die Aktivität mit nur 0,2 % nahezu nicht vorhanden war, während sie bei Hunden, die Träger waren, ebenfalls reduziert war.

MPS VII beim Schäferhund ist eine autosomal-rezessive Erbkrankheit. Der Hund kann gesund, Träger oder betroffen sein. Träger des Gens sind heterozygot und entwickeln keine Krankheitssymptome. Bei der Paarung zweier Trägerhunde hat jedes zukünftige Junge ein Risiko von 25 %, betroffen zu sein, ein Risiko von 50 %, ein asymptomatischer Träger und ein Risiko von 25 %, nicht betroffen und kein Träger zu sein.

Referenzen

Hytonen MK, Arumilli M, Lappalainen AK, Kallio H, Snellman M, et al. (2012) A Novel GUSB Mutation in Brazilian Terriers with Severe Skeletal Abnormalities Defines the Disease as Mucopolysaccharidosis VII. PLoS ONE 7(7): e40281. doi:10.1371/journal.pone.0040281

Ray J, Bouvet A, DeSanto C, Fyfe JC, Xu D, Wolfe JH, Aguirre GD, Patterson DF, Haskins ME, Henthorn PS. Cloning of the canine beta-glucuronidase cDNA, mutation identification in canine MPS VII, and retroviral vector-mediated correction of MPS VII cells. Genomics. 1998 Mar 1; 48(2):248-53.