Kupfertoxikose beim Bedlington Terrier (CT)

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Abkürzungen: CT
Gen: COMMD1 / MURR1
Mutation: Deletion
Erbgang: Autosomal rezessive
Rasse: Bedlington Terrier

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Art.-Nr.: CD095 Kategorien: , Schlüsselwort:

Die Gentestbeschreibung

Kupfertoxikose beim Bedlington Terrier (CT)

Kupfertoxikose beim Bedlington Terrier (CT) ist eine genetische Erkrankung, die speziell beim Bedlington Terrier auftritt und bei der es zur Ansammlung von Kupfer kommt. Verschiedene erbliche Formen der Kupfertoxikose wurden bei Menschen und Hunden identifiziert. Bei Hunden zählen, abgesehen vom Bedlington Terrier, auch West Highland White Terrier, Skye Terrier, Dalmatiner, Dobermann und Labrador Retriever zu den von CT betroffenen Rassen. Das menschliche Äquivalent ähnlichen Phänotypen zu dieser Störung ist die Menkes-Krankheit, Morbus Wilson, Indische infantile Zirrhose, Endemische Tiroler infantile Zirrhose und idiopathische Kupfertoxikose. CT beim Bedlington Terrier wurde erstmals 1975 in den Vereinigten Staaten als progressive Form der chronischen Hepatitis, gefolgt von einem hohen Kupfergehalt in der Leber beschrieben. Kurz darauf wurden Fälle in Australien und Europa dokumentiert.

Im Körper kann Kupfer als Spurenelement gefunden werden, es kann in bestimmten überhöhten Konzentrationen jedoch hochgiftig sein, daher wird seine Konzentration streng reguliert. Kupfer spielt eine wesentliche Rolle bei verschiedenen biologischen Prozessen, wie z.B. bei mitochondrialer Atmung, antioxidativer Verteidigung, Bildung von Bindegewebe, Neurotransmitter-Synthese, Eisenstoffwechsel und Pigmentierung.

Kupfer wird im Dünndarm mithilfe spezifischer Transporter absorbiert. Im Blut ist es in gebundener Form in Komplexen mit kleinen Molekülen wie Histidin und Serum-Proteinen zu finden. In dieser Form wird es zur Leber transportiert, seinem primären Speicherort.

Es wurden zwei Kupferträger-Proteine identifiziert, die bei Defekten mit Kupfermangel in Verbindung gebracht wurden.

Merkmale und Symptome

Kupfertoxikose beim Bedlington Terrier (CT) ist durch die Akkumulation von Kupfer in der Leber aufgrund ineffizienter Ausscheidung von Kupfer über die Galle gekennzeichnet. Dies führt zu chronischer Hepatitis und im schwersten Stadium der Erkrankung zu Leberzirrhose. Im ersten Stadium der Krankheit sind klinische Zeichen im Körper des Hundes vorhanden, die sich aber mithilfe keinerlei visueller Anzeichen im Verhalten oder der äußeren Erscheinung des Hundes erkennen lassen. Beim Fortschreiten der Erkrankung entwickelt sich hepatische Nekrose (Absterben des Lebergewebes) und erste Symptome sind zu beobachten. Dies sind Lethargie, Depression, Anorexie, Gewichtsverlust, Erbrechen, Durchfall, übermäßiger Durst und übermäßiges Wasserlassen, gelbliche Verfärbung der Haut, Anomalien beim Stuhl und Dysfunktion des Nervensystems. Beim Bedlington Terrier wurde eine massive Anhäufung von Kupfer in der Leber gemessen, die höchste gemessene unter allen Hunderassen. Bei einem Jahr alten Hunden betrugen die gemessenen Kupferwerte 2.000 µg/g DWL, jedoch ohne vorhandene Anzeichen einer Hepatitis. Hepatitis tritt bei betroffenen Hunden im Alter von 2–5 Jahren auf. Der Kupferwert kann Werte von 5.000 µg/g DWL erreichen, in extremen Fällen 15.000 µg/g DWL

Genetik

Kupfertoxikose beim Bedlington Terrier (CT) wird von einer Mutation im COMMD1-Gen (Kupfer-Stoffwechsel-Gen MURR1, das Domain 1 enthält) verursacht. Das Gen wurde ursprünglich MURR1-Gen genannt, jedoch nach der Entdeckung von neun anderen Proteinen, die im Zusammenhang mit der MURR1-Protein stehen, in seine heutige Bezeichnung umbenannt. Die Prävalenz der Mutation innerhalb der Rasse der Bedlington Terrier wird mit 25 bis 46 % in unterschiedlichen Populationen als hoch eingeschätzt.

Die genetische Ursache der CT bei anderen Rassen wurde nicht bestätigt und der Erbgang ist nicht bekannt. Die CT bei Bedlington Terrier wird autosomal-rezessiv vererbt. Gesunde Elterntiere eines betroffenen Hundes sind obligat heterozygot und tragen daher ein mutiertes Allel. Heterozygote zeigen keine Symptome. Hunde, die homozygot für die Mutation sind, zeigen die CT Symptome. Bei der Zeugung hat jedes der Jungen hat ein Risiko von 25 %, betroffen zu sein, ein Risiko von 50 %, eine asymptomatischer Träger und ein Risiko von 25 %, nicht betroffen und kein Träger zu sein.

Referenzen:

Van De Sluis, B. et al. (2002): Identification of a new copper metabolism gene by positional cloning in a purebred dog population. Hum Mol Genet. 2002 Jan 15; 11 (2): 165-73.

Fieten, H. et al. (2012): Canine models of copper toxicosis for understanding mammalian copper metabolism. Mamm Genome 23: 62-75.

Forman, O. P. et al. (2005): Characterization of the COMMD1 (MURR1) mutation causing copper toxicosis in Bedlington terriers. Animal Genetics, 36, 497–501

Lee, SA. et al. (2007): Prevalence of the exon 2 deletion of the COMMD1 gene in Australian Bedlington terriers. Journal of Genetics, Vol. 86, No. 3, December 2007