Kongenitale Hypothyreose bei der Französischen Bulldogge (CHG)

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Abkürzungen: CHG
Gen: TPO
Mutation: Punktmutation
Erbgang: Autosomal rezessive
Rasse: Französische Bulldogge

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Art.-Nr.: CD110 Kategorien: , Schlüsselwort:

Die Gentestbeschreibung

Kongenitale Hypothyreose bei der Französischen Bulldogge (CHG)

Kongenitale Hypothyreose bei der Französischen Bulldogge (CHG) ist eine angeborene Schilddrüsenerkrankung. Im Allgemeinen stellt eine kongenitale Strumae eine Vergrößerung der Schilddrüse dar. Diese Erweiterung kann zu einer verringerten, erhöhten oder normalen Sekretion der Schilddrüsenhormone führen. Bei Hypothyreose sinkt die Sekretion der Schilddrüsenhormone, was viele Folgesymptome verursacht. In der Regel tritt Hypothyreose am häufigsten bei Hunden auf, kann sich aber auch bei anderen Spezies wie Katzen oder Pferden entwickeln. Beim Menschen können, anders als bei erblichen Strumae, kongenitale Strumae auch von Dyshormonogenese, einer transplazentaren Passage mütterlicher Antikörper oder einer transplazentaren Passage von Goitrogenen verursacht werden.

Die Schilddrüse ist eine der größten endokrinen Drüsen im Körper des Hundes. Sie ist für die allgemeine Steuerung des Stoffwechsels verantwortlich: Grad der Verwendung von Energiequellen, Proteinsynthese und Steuerung in Bezug auf andere Hormone. All diese Prozesse werden von der Produktion von Schilddrüsenhormonen reguliert, die das Wachstum und die Funktionsrate vieler anderer Körpersysteme regeln. Jod ist für die korrekte Schilddrüsenfunktion wichtig.

Merkmale und Symptome

Hypothyreose entwickelt sich meist im Erwachsenenalter des Hundes, kann jedoch manchmal auch in der Neonatalperiode auftreten. Wie auch beim Menschen signalisiert das frühe Auftreten einer Strumae eine durch Dyshormonogenese verursachte Hypothyreose. Kongenitale Hypothyreose bei der Französischen Bulldogge (CHG) führt zu verlangsamter körperlicher und geistiger Entwicklung sowie zu anderen Symptomen, die zusammengefasst als Kretinismus bezeichnet werden, sowie weitere Stoffwechselstörungen. Gemeinsame Symptome, die von CHG betroffene Welpen zeigen, sind verzögerte Öffnung der Augen und Gehörgänge, unzureichendes Säugen, Inaktivität, Unempfänglichkeit gegenüber Reizen aus der Umwelt, Hypomyelinisierung des zentralen Nervensystems und dysproportionierte Kleinwüchsigkeit durch epiphysäre Dysplasie und Makroglossie.

Kongenitale Hypothyreose bei Hunden ist meist eine erbliche Stoffwechselstörung, es können jedoch auch andere Ursachen zu ihrem Auftreten führen, wie später fetaler oder neonataler Jod-Überschuss oder -Mangel sowie der Konsum verschiedener Medikamente als Neugeborener oder im schwangeren Muttertier.

Genetik

Kongenitale Hypothyreose mit Strumae (CHG) wurde auch bei mehreren anderen Rassen wie Toy Fox, Rat und Tenterfield Terrier sowie dem spanischen Wasserhund identifiziert. Obwohl die Symptome sich zu ähneln scheinen, wurde bei jeder dieser Rassen eine rassespezifische Mutation im TPO-Gen (Schilddrüsen-Peroxidase) festgestellt, das CHG verursacht. Mutationen im selben Gen stellen auch die häufigste Ursache von CHG bei menschlichen Patienten dar. Das Schilddrüsenperoxidase-Protein ist für die Synthese der Schilddrüsenhormone notwendig. Wenn ein Mangel an TPO im Organismus vorliegt, kann Jodid nicht in Thyreoglobulin integriert werden und in der Folge kommt es zum Ausfall der Schilddrüsenhormon-Synthese.

Die Störung wird autosomal-rezessiv vererbt. Gesunde Elterntiere eines betroffenen Hundes sind obligat heterozygot und tragen daher ein mutiertes Allel. Heterozygote zeigen keine Symptome. Hunde, die homozygot für die Mutation sind, zeigen die CHG Symptome. Bei der Zeugung hat jedes der Jungen hat ein Risiko von 25 %, betroffen zu sein, ein Risiko von 50 %, eine asymptomatischer Träger und ein Risiko von 25 %, nicht betroffen und kein Träger zu sein.

Referenzen:

Major et al. (2015.): Molecular Genetic Characterization of Thyroid Dyshormonogenesis in a French Bulldog. J Vet Intern Med 29: 1534-1540.